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GASTROTRUCK

Was ein Foodtruck kostet – und was er einbringen muss

Anschaffung, laufende Kosten, Wareneinsatz und die Rechnung, mit der du vor dem Kauf prüfst, ob sich das Ganze trägt.

12 Minuten Lesezeit

Ein Foodtruck kostet weniger als ein Restaurant, aber mehr, als die meisten rechnen. Die Anschaffung ist dabei der kleinere Teil des Problems – entscheidend ist, ob die laufende Rechnung aufgeht.

Was die Anschaffung kostet

WegSpanne
Gebrauchter Anhänger, einfach ausgebaut8.000 – 20.000 €
Gebrauchter Foodtruck, einsatzbereit25.000 – 70.000 €
Neuer Trailer vom Ausbauer30.000 – 70.000 €
Neuer Foodtruck, schlüsselfertig60.000 – 150.000 €
Eigenausbau (Fahrzeug plus Material)25.000 – 50.000 €

Dazu kommen einmalig, unabhängig vom Fahrzeug:

  • Gewerbeanmeldung, Reisegewerbekarte, Führungszeugnis: 250 – 500 €
  • Belehrung nach § 43 IfSG: 20 – 40 € je Person
  • Erstausstattung Geschirr, Werkzeug, Reinigung: 1.000 – 3.000 €
  • Kassensystem mit TSE: 400 – 1.500 €
  • Beschriftung und Folierung: 1.500 – 5.000 €
  • Website, Logo, Fotos: 500 – 3.000 €
  • Warenerstbestand: 500 – 2.000 €

Und der wichtigste Posten: Rücklage für die ersten Monate. Rechne mit mindestens drei Monatsbudgets, in denen weniger reinkommt als geplant.

Laufende Kosten

Diese Liste ist der Kern jeder ehrlichen Kalkulation. Beispielhafte Monatswerte für einen Ein-Truck-Betrieb:

PostenMonat
Standplatzmieten400 – 2.000 €
Kraftstoff und Gas200 – 600 €
Versicherungen100 – 300 €
Kfz-Steuer20 – 60 €
Wartung und Rücklage Reparatur150 – 400 €
Abstellplatz, Lager, Spülküche150 – 600 €
Verpackungen und Servietten150 – 500 €
Buchhaltung, Steuerberater100 – 300 €
Beiträge (IHK, BGN, GEMA)30 – 100 €
Marketing50 – 300 €

Ohne Personal und ohne Wareneinsatz landest du damit bei etwa 1.400 bis 5.000 Euro im Monat. Kommt eine Aushilfe dazu, rechne mit 15 bis 20 Euro je Stunde inklusive Nebenkosten.

Wareneinsatz und Preisgestaltung

In der Gastronomie gilt der Wareneinsatz als Anteil am Nettoumsatz. Übliche Werte:

  • Speisen: 25 bis 35 Prozent
  • Alkoholfreie Getränke: 20 bis 30 Prozent
  • Kaffee: 10 bis 20 Prozent

Ein Burger, dessen Zutaten 2,20 Euro kosten, sollte bei einem Wareneinsatz von 30 Prozent also rund 7,30 Euro netto bringen – bei 19 Prozent Umsatzsteuer etwa 8,70 Euro brutto.

Umsatzsteuer beachten: Für Speisen zum Mitnehmen gelten 7 Prozent, für den Verzehr an Ort und Stelle mit bereitgestellten Tischen und Sitzgelegenheiten 19 Prozent. Wer beides anbietet, muss die Umsätze trennen. Kläre das mit dem Steuerberater, bevor du die Kasse einrichtest.

Die Rechnung, die du vor dem Kauf machst

Rechne nicht vom Umsatz her, sondern von den Kosten. Beispiel:

  1. Fixkosten pro Monat: 2.500 €
  2. Deine Entnahme, mit der du leben kannst: 2.500 €
  3. Kreditrate für den Truck: 700 €
  4. Zusammen: 5.700 € Deckungsbedarf

Bei 30 Prozent Wareneinsatz bleiben dir 70 Prozent des Nettoumsatzes. Um 5.700 Euro zu decken, brauchst du also rund 8.150 Euro Nettoumsatz im Monat – bei 20 Verkaufstagen etwa 410 Euro netto am Tag.

Bei einem durchschnittlichen Bon von 9 Euro netto sind das rund 45 Kunden am Tag. Diese Zahl ist der eigentliche Prüfstein: Traust du dir 45 Kunden an deinem Standort zu, an einem normalen Dienstag im November?

Saison und Wetter

Die meisten Foodtrucks machen zwischen Mai und September den Großteil des Jahresumsatzes. Ein verregneter Sommer kann eine Saison ruinieren. Plane deshalb:

  • Rücklagen aus der Hochsaison für den Winter
  • Zweites Standbein: Caterings, Firmenfeiern, Weihnachtsmärkte
  • Feste Wochenstandorte in Gewerbegebieten – wetterunabhängiger als Innenstadtlagen

Wo am häufigsten falsch gerechnet wird

  • Eigener Lohn vergessen. Wer sich selbst nicht einrechnet, arbeitet umsonst und merkt es erst nach einem Jahr.
  • Standzeiten unterschätzt. Auf- und Abbau, Anfahrt, Einkauf, Reinigung: Auf sechs Verkaufsstunden kommen leicht fünf weitere Arbeitsstunden.
  • Reparaturrücklage fehlt. Eine defekte Kühlung mitten im August kostet nicht nur Geld, sondern den Umsatz der Woche.
  • Standplatzkosten geschätzt. Gute Plätze auf Festivals kosten teilweise mehrere hundert Euro am Tag oder eine Umsatzbeteiligung.
  • Abschreibung ignoriert. Der Truck verliert an Wert; irgendwann steht die Ersatzbeschaffung an.

Keine Rechtsberatung. Dieser Beitrag gibt den Stand nach bestem Wissen wieder und ersetzt keine Auskunft von Behörde, Anwalt oder Steuerberater. Vieles wird kommunal geregelt und unterscheidet sich von Stadt zu Stadt – frag im Zweifel beim zuständigen Amt nach, bevor du dich festlegst.

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