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GASTROTRUCK

Versicherung und Finanzierung für Foodtrucks

Welche Policen wirklich nötig sind, wo Standardversicherungen nicht greifen und welche Wege es zur Finanzierung gibt.

10 Minuten Lesezeit

Ein Foodtruck ist Fahrzeug und Betriebsstätte zugleich. Genau daran scheitern Standardpolicen: Die Kfz-Versicherung zahlt nicht für die Küche, die Betriebspolice nicht für den Unfall. Wer hier schludert, steht im Schadensfall allein da.

Welche Versicherungen nötig sind

Kfz-Haftpflicht

Pflicht, ohne sie gibt es keine Zulassung. Achte darauf, dass der Ausbau im Versicherungswert berücksichtigt ist – ein Sprinter mit 60.000 Euro Küche ist kein normaler Transporter.

Teil- oder Vollkasko

Freiwillig, bei einem Fahrzeug in dieser Größenordnung aber kaum verzichtbar. Wichtig ist, dass der Aufbau ausdrücklich mitversichert ist. Frag nach, ob fest verbaute Küchengeräte eingeschlossen sind, und lass es dir schriftlich geben.

Betriebshaftpflicht

Die wichtigste Police überhaupt. Sie greift, wenn durch deinen Betrieb jemand zu Schaden kommt – vom verbrühten Gast bis zur Lebensmittelvergiftung. Achte auf eine ausreichende Deckungssumme; unter drei Millionen Euro würde ich nicht abschließen.

Prüfe insbesondere, ob Produkthaftung für Speisen eingeschlossen ist. Bei einer Salmonellenerkrankung mit mehreren Betroffenen entstehen schnell Forderungen, die eine Existenz beenden.

Inhaltsversicherung

Für Ware, mobile Geräte und Ausstattung. Relevant bei Diebstahl und Vandalismus – ein abgestellter Truck ist ein lohnendes Ziel.

Elektronik- und Maschinenversicherung

Deckt Schäden an Kühlung, Fritteuse und Kaffeemaschine, die keine Kaskoschäden sind. Sinnvoll, wenn teure Geräte verbaut sind.

Betriebsunterbrechung

Zahlt laufende Kosten weiter, wenn der Truck nach einem Schaden stillsteht. Bei einem Ein-Fahrzeug-Betrieb ohne Ersatz die vielleicht unterschätzteste Police.

Berufsunfähigkeit und Krankentagegeld

Betrifft nicht den Truck, sondern dich. Ein Betrieb, der an einer Person hängt, steht still, sobald diese ausfällt. Krankentagegeld greift ab dem Zeitpunkt, an dem kein Umsatz mehr entsteht.

Der häufigste Fehler: eine normale Gewerbepolice abschließen, ohne anzugeben, dass mit Flüssiggas gearbeitet wird und das Fahrzeug an wechselnden Orten steht. Wird das nicht offengelegt, kann der Versicherer im Schadensfall wegen Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht kürzen. Lieber einmal zu viel erwähnen.

Was die Prüfungen mit der Versicherung zu tun haben

Sehr viel. Kommt es zum Brand und war die Gasprüfung nach G 607 abgelaufen, wird der Versicherer grobe Fahrlässigkeit prüfen. Je nach Vertrag darf er die Leistung dann anteilig oder ganz kürzen. Dasselbe gilt für die elektrische Prüfung nach DGUV Vorschrift 3.

Prüfbescheinigungen sind also nicht nur Behördenkram, sondern die Voraussetzung dafür, dass deine Versicherung im Ernstfall zahlt.

Finanzierung

Eigenkapital

Die meisten Banken erwarten 20 bis 30 Prozent. Weniger geht, wird aber deutlich teurer oder verlangt zusätzliche Sicherheiten.

Bankkredit

Der klassische Weg. Das Fahrzeug dient als Sicherheit, was die Konditionen verbessert. Du brauchst einen Businessplan mit realistischer Kalkulation – die Rechnung aus dem Beitrag zu Kosten und Kalkulation ist genau das, was die Bank sehen will.

Förderkredite

Die KfW und die Förderbanken der Länder bieten Programme für Gründungen, oft mit tilgungsfreien Anlaufjahren und Zinsvorteil. Wichtig: Sie werden über deine Hausbank beantragt, und zwar vor der Anschaffung. Wer erst kauft und dann fördert, geht leer aus.

Leasing

Schont die Liquidität, die Raten sind als Betriebsausgabe absetzbar. Am Ende gehört das Fahrzeug dir aber nicht. Achte auf die Regelungen zu Umbauten – manche Leasinggeber untersagen bauliche Veränderungen, was bei einem Foodtruck absurd, aber vertraglich bindend ist.

Mietkauf

Mischform: Du zahlst Raten und wirst am Ende Eigentümer. Steuerlich wird das Fahrzeug dir zugerechnet und abgeschrieben. Für Betriebe interessant, die Eigentum wollen, aber die Bank nicht überzeugen konnten.

Worauf du bei Angeboten achtest

  • Effektiver Jahreszins, nicht der Nominalzins
  • Gesamtkosten über die Laufzeit, nicht die Monatsrate
  • Möglichkeit zu Sondertilgungen – Foodtruck-Umsätze sind saisonal
  • Restwert bei Leasing: Ist er realistisch oder geschönt?
  • Wer trägt Wartung und Reparatur?
  • Was passiert bei Zahlungsverzug im Winter?

Über Gastrotruck kannst du unverbindlich Angebote für Versicherung, Finanzierung und Leasing anfordern. Deine Angaben gehen ausschließlich nach deiner ausdrücklichen Zustimmung an den gewählten Partner. Wir beraten nicht selbst und erhalten keine Provision aus deinem Vertrag.

Keine Rechtsberatung. Dieser Beitrag gibt den Stand nach bestem Wissen wieder und ersetzt keine Auskunft von Behörde, Anwalt oder Steuerberater. Vieles wird kommunal geregelt und unterscheidet sich von Stadt zu Stadt – frag im Zweifel beim zuständigen Amt nach, bevor du dich festlegst.

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