Gas, Strom und Wasser sind die drei Systeme, an denen der Betrieb hängt. Fällt eines aus, ist der Verkaufstag vorbei. Bei zweien davon gibt es außerdem vorgeschriebene Prüfungen – ohne sie riskierst du im Schadensfall den Versicherungsschutz.
Flüssiggas
Die meisten Foodtrucks kochen mit Propan aus 11-kg- oder 33-kg-Flaschen. Das ist praktisch, weil unabhängig vom Stromanschluss, und gefährlich, wenn es schlampig gemacht ist.
Die Prüfung nach G 607
Flüssiggasanlagen in Fahrzeugen müssen nach dem DVGW-Arbeitsblatt G 607 geprüft werden – bei gewerblicher Nutzung alle zwei Jahre. Die Prüfung macht ein zugelassener Sachkundiger; du bekommst eine Prüfbescheinigung, die im Fahrzeug mitzuführen ist.
Geprüft werden unter anderem Dichtheit der Leitungen, Zustand der Schläuche, die Gasflaschenbefestigung, die Belüftung des Flaschenkastens und die Abgasführung der Geräte. Kosten: meist 150 bis 400 Euro, Nacharbeiten kommen dazu.
Was ohne gültige Prüfung passiert: Bei einer Kontrolle durch Ordnungsamt oder Marktmeister wird der Betrieb untersagt. Kommt es zu einem Schaden, kann die Versicherung wegen grober Fahrlässigkeit kürzen oder ganz ablehnen. Das ist der Punkt, an dem aus einem Küchenbrand eine Existenzfrage wird.
Schläuche und Regler
Gasschläuche altern, auch wenn sie kaum benutzt werden. Sie tragen ein Herstelldatum und sind in gewerblichen Anlagen üblicherweise nach acht Jahren zu tauschen – viele Prüfer verlangen es früher. Der Druckregler gehört ebenfalls turnusmäßig erneuert. Beides kostet wenig und wird trotzdem regelmäßig übersehen.
Verbrauch abschätzen
Als grobe Orientierung: Eine 11-kg-Flasche reicht bei durchgehendem Betrieb einer Fritteuse und zweier Kochstellen für etwa acht bis zwölf Stunden. Führe immer eine volle Reserveflasche mit und rechne bei Festivals mit dem Doppelten deiner Schätzung.
Strom
Drei Wege, den Truck mit Strom zu versorgen – meist braucht man zwei davon.
Landstrom
Der angenehmste Weg: ein CEE-Anschluss am Standplatz. Üblich sind CEE 16 A blau (einphasig, rund 3,6 kW) oder CEE 32 A rot (dreiphasig, bis etwa 22 kW). Kläre vor der Buchung eines Platzes, was verfügbar ist – „Strom vorhanden“ kann auch eine Schuko-Steckdose mit 16 A bedeuten, an der schon zwei andere Stände hängen.
Rechne deinen Bedarf zusammen: Kühlung, Beleuchtung, Kaffeemaschine, Dunstabzug, Kasse. Eine Zweigruppen-Siebträgermaschine allein zieht im Aufheizen leicht 3 kW. Wer mit 16 A auskommen will, muss Geräte zeitlich staffeln.
Generator
Für Standorte ohne Anschluss. Wichtig ist ein Inverter-Generator: Er liefert saubere Spannung, an der auch empfindliche Elektronik läuft, und ist deutlich leiser. Auf vielen Märkten gibt es Lautstärkegrenzen, teilweise sind Generatoren ganz untersagt.
Faustzahl: Dauerleistung mindestens das 1,3-fache deines gerechneten Bedarfs, weil Kompressoren beim Anlaufen ein Vielfaches ziehen.
Batterie
Für Beleuchtung, Wasserpumpe und Kasse reicht eine Aufbaubatterie. Für Kühlung über Nacht braucht es eine ordentliche Anlage mit Lithium-Speicher – das ist eine Investition im vierstelligen Bereich, spart aber den nächtlichen Generatorlauf.
Die Prüfung nach DGUV Vorschrift 3
Ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel im gewerblichen Einsatz sind regelmäßig zu prüfen – üblich ist ein Jahr, bei geringer Fehlerquote sind längere Fristen möglich. Die Prüfung übernimmt eine Elektrofachkraft. Auch hier gilt: Ohne Nachweis wird es im Schadensfall unangenehm.
Wasser
Der unspektakulärste und am häufigsten unterschätzte Teil.
Was vorgeschrieben ist
Nach der EU-Lebensmittelhygieneverordnung (VO (EG) Nr. 852/2004, Anhang II Kapitel III) braucht ein mobiler Betrieb, der mit unverpackten Lebensmitteln umgeht:
- ausreichend Trinkwasser in Lebensmittelqualität,
- eine Vorrichtung zum hygienischen Händewaschen – Handwaschbecken mit warmem und kaltem Wasser, Seifenspender und Einmalhandtüchern,
- getrennte Möglichkeiten zum Reinigen von Geräten und Lebensmitteln,
- eine geordnete Abwasserentsorgung.
Das Handwaschbecken muss vom Spülbecken getrennt sein. Eine Armatur, die sich ohne Hand bedienen lässt (Fußpedal, Knie- oder Sensorsteuerung), wird von vielen Kontrolleuren erwartet.
Tankgrößen
Rechne mit 100 bis 120 Litern Frischwasser für einen normalen Verkaufstag. Wer viel spült, kommt schnell auf 150 Liter. Der Abwassertank muss mindestens genauso groß sein – sonst steht die Küche, obwohl noch Frischwasser da ist.
Ein wichtiger Punkt beim Gewicht: 120 Liter Wasser wiegen 120 Kilogramm. Volle Tanks fressen einen erheblichen Teil deiner Zuladung.
Warmwasser
Ein Gas-Durchlauferhitzer ist verbrauchsarm, gehört aber zur Gasanlage und damit in die Prüfung. Elektrische Boiler sind einfacher, brauchen aber Strom – 5 Liter mit 2 kW sind ein üblicher Kompromiss.
Kurzübersicht der Prüfungen
| Was | Grundlage | Intervall | Wer |
|---|---|---|---|
| Flüssiggasanlage | DVGW G 607 | alle 2 Jahre | zugelassener Sachkundiger |
| Elektrische Anlage | DGUV Vorschrift 3 | meist jährlich | Elektrofachkraft |
| Fahrzeug | § 29 StVZO | nach Fahrzeugart | TÜV, DEKRA und andere |
| Feuerlöscher | DIN 14406-4 | alle 2 Jahre | Sachkundiger |
Praktischer Tipp: Leg dir eine Mappe an – digital und im Fahrzeug – mit allen Prüfbescheinigungen, der Gewerbeanmeldung, der Belehrung nach § 43 IfSG und dem HACCP-Konzept. Bei einer Kontrolle willst du nicht suchen müssen. Trag dir die Ablauftermine in den Kalender ein, drei Monate vorher.