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Standplatz finden: wo Foodtrucks Geld verdienen

Gewerbegebiet, Wochenmarkt, Festival oder Firmenfeier – wo die Umsätze wirklich herkommen, was ein Platz kostet und wie man ihn bekommt.

11 Minuten Lesezeit

Der Truck steht, die Küche läuft, das Essen ist gut – und trotzdem kommt niemand. Der häufigste Grund, warum ein Foodtruck scheitert, ist nicht das Fahrzeug und nicht das Essen. Es ist der Standort.

Die vier Einsatzarten und was sie bringen

Fast jeder Truck bedient mehrere davon. Wer sich nur auf eine verlässt, hat entweder ein Auslastungsproblem oder ein Wetterproblem.

Einsatzart Umsatz je Tag Kosten je Tag Planbarkeit
Gewerbegebiet, Mittag 400 – 900 € 0 – 80 € hoch
Wochenmarkt 500 – 1.200 € 40 – 150 € hoch
Festival, Stadtfest 1.500 – 6.000 € 300 – 1.500 € niedrig
Firmenfeier, Hochzeit 800 – 3.000 € Anfahrt sehr hoch

Die Zahlen streuen enorm. Ein Festival kann 6.000 Euro bringen oder bei Regen 800 – bei gleicher Standgebühr. Wer nur von Festivals lebt, hat ein Geschäft, das vom Wetter abhängt. Die ruhigen Einsätze im Gewerbegebiet tragen die Fixkosten, die Festivals bringen den Gewinn.

Gewerbegebiete: das unterschätzte Brot

Der Mittagstisch im Gewerbegebiet ist unspektakulär und selten auf Instagram zu sehen. Er ist aber die verlässlichste Einnahme, die ein Foodtruck haben kann: Dieselben Leute, dieselbe Zeit, jede Woche.

Ein Standort funktioniert, wenn drei Dinge zusammenkommen:

  • Genug Menschen in Gehweite. Faustregel: ab 300 Beschäftigten im Umkreis von fünf Gehminuten wird es interessant, ab 800 wird es gut.
  • Keine Kantine. Ein Betrieb mit eigener Kantine ist kein Kunde, sondern ein Wettbewerber mit Heimvorteil.
  • Eine Fläche, die dir jemand geben darf. Das ist der schwierige Teil.

Wie man an die Fläche kommt

Öffentlicher Grund braucht eine Sondernutzungserlaubnis von der Gemeinde – Bearbeitung dauert Wochen, Gebühr meist 20 bis 60 Euro je Tag. Der schnellere Weg führt über Privatgrund: Der Parkplatz eines Unternehmens gehört dem Unternehmen.

Das Gespräch ist einfacher, als die meisten denken. Für den Betrieb ist ein Foodtruck vor der Tür ein Vorteil für die Belegschaft, der ihn nichts kostet. Viele stimmen zu, wenn man fragt – und fast niemand fragt.

Was im Gespräch hilft: Ein konkreter Vorschlag statt einer offenen Frage. Nicht «dürfte ich mal bei Ihnen stehen», sondern «ich würde dienstags von 11:30 bis 14:00 auf dem hinteren Parkplatz stehen, brauche keinen Strom und nehme meinen Müll mit». Wer die Bedenken vorwegnimmt, bekommt eher ein Ja.

Konkrete Termine findest du bei uns: Im Bereich Veranstaltungen stehen Streetfood-Festivals, Stadtfeste und Märkte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz – mit Standgebühr und Bewerbungsfrist.

Wochenmärkte

Märkte sind geregelt und dadurch berechenbar – aber auch schwer zugänglich. Die Plätze sind meist auf Jahre vergeben, und Marktmeister bevorzugen Beschicker, die zuverlässig jede Woche kommen.

Der Einstieg gelingt fast immer über die Vertretung: Wer einspringt, wenn jemand ausfällt, steht irgendwann auf der Liste. Das dauert eine Saison, manchmal zwei.

Festivals und Stadtfeste

Hier werden die größten Umsätze gemacht und die größten Verluste. Die Standgebühr wird im Voraus fällig, das Wetter kommt später.

ModellWie es funktioniertRisiko
Feste Gebühr 200 – 1.500 € je Tag, im Voraus trägst du allein
Umsatzbeteiligung 10 – 20 % vom Umsatz geteilt
Gemischt kleine Grundgebühr plus Anteil meist fair

Vorsicht bei der ersten Saison: Ein neuer Truck ohne Erfahrung sollte keine 1.200-Euro-Standgebühr für ein Festival zahlen, das er nicht kennt. Frag Kollegen, die letztes Jahr dort standen – in Foodtruck-Gruppen wird bereitwillig Auskunft gegeben, wo sich etwas gelohnt hat und wo nicht.

Catering: der Bereich mit den besten Margen

Firmenfeiern, Hochzeiten, Betriebsfeste. Der Preis wird vorher vereinbart, die Menge ist bekannt, es gibt keinen Leerlauf und kein Wetterrisiko. Wer einmal drin ist, hat Empfehlungsgeschäft.

Üblich sind Pauschalen: Anfahrt plus ein Preis je Person, meist 18 bis 35 Euro bei einem Foodtruck. Ab etwa 40 Gästen wird es für beide Seiten interessant.

Wie viele Standorte man braucht

Ein Truck, der an zwölf Tagen im Monat fährt, braucht drei bis fünf feste Standorte im Wechsel – plus Gelegenheiten. Ein einziger Platz nutzt sich ab: Dieselben Menschen kaufen nicht jeden Tag dasselbe.

Bewährt hat sich eine feste Woche: Montag Gewerbegebiet A, Dienstag Markt, Mittwoch Gewerbegebiet B, Donnerstag frei für Catering, Freitag Gewerbegebiet C. Die Kundschaft lernt den Rhythmus, und du planst deinen Einkauf danach.

Sag, wo du stehst. Ein Truck ohne Ankündigung verkauft an die, die zufällig vorbeikommen. Ein Truck mit einem Wochenplan auf Instagram oder einer einfachen Seite verkauft an die, die extra kommen. Der Unterschied liegt schnell bei dreißig Prozent.

Was ein Standort kosten darf

Eine brauchbare Grenze: Die Standgebühr sollte zehn Prozent des erwarteten Umsatzes nicht überschreiten. Bei 800 Euro Tagesumsatz sind das 80 Euro. Alles darüber muss durch etwas anderes gerechtfertigt sein – Sichtbarkeit, neue Kundschaft, ein Kontakt fürs Catering.

Rechne vorher aus, was ein Tag dich kostet, bevor die erste Portion verkauft ist. Der Kalkulationsrechner im Kostenartikel zeigt dir die Zahl.

Keine Rechtsberatung. Dieser Beitrag gibt den Stand nach bestem Wissen wieder und ersetzt keine Auskunft von Behörde, Anwalt oder Steuerberater. Vieles wird kommunal geregelt und unterscheidet sich von Stadt zu Stadt – frag im Zweifel beim zuständigen Amt nach, bevor du dich festlegst.

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