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Deutschland, Österreich, Schweiz im Vergleich

Alle Unterschiede auf einen Blick: Gewerbe, Steuern, Kasse, Hygiene, Gasprüfung, Personal – und was beim Kauf über die Grenze anfällt.

14 Minuten Lesezeit

Ein Foodtruck fährt über Grenzen, die Vorschriften nicht. Wer in Konstanz kauft und in Kreuzlingen betreibt, wechselt nicht nur die Währung, sondern das ganze Regelwerk. Diese Seite stellt die Unterschiede nebeneinander – als Ausgangspunkt für die richtige Frage an der richtigen Stelle.

Two jurisdictions, not three. Deutschland und Österreich folgen demselben EU-Rahmen – Lebensmittelrecht, Führerscheinklassen und Verpackungsvorgaben sind dort weitgehend deckungsgleich. Die Schweiz hat ein eigenes, in der Sache oft ähnliches System. Die grössten Brüche verlaufen zwischen EU und Schweiz, die feinsten zwischen Deutschland und Österreich.

Getting started: what you’ll need first

Gewerbe anmelden

DE Deutschland

Business registration beim Gewerbeamt. Formlos, meist sofort erledigt, 20 bis 60 €. No qualifications required.

AT Österreich

Business registration bei der Bezirksverwaltungsbehörde. Das Gastgewerbe ist reglementiert (§ 111 GewO) – Proof of qualification required.

CH Schweiz

No business registration required. Anmeldung als selbstständig Erwerbender bei der AHV-Ausgleichskasse. Handelsregister ab 100.000 CHF Umsatz.
Das ist der grösste Unterschied überhaupt: In Deutschland kann jeder ein Gastgewerbe anmelden. In Österreich braucht es einen Nachweis – Lehrabschluss, Befähigungsprüfung oder mehrere Jahre fachliche Tätigkeit.

Verkauf an wechselnden Standorten

DE Deutschland

Travelling Trade Licence nach § 55 GewO. 200 bis 700 €, vier bis acht Wochen Bearbeitung.

AT Österreich

Mobile businesses nach § 53 GewO, als Zusatz zur Gewerbeberechtigung.

CH Schweiz

Regulated at cantonal level. Gastgewerbe- oder Wanderhandelsbewilligung, je nach Kanton. Wer über Kantonsgrenzen fährt, braucht unter Umständen mehrere.
Die Reisegewerbekarte dauert oft länger als der Umbau des Trucks. Früh beantragen – ohne sie ist der Verkauf eine Ordnungswidrigkeit.

Taxes

Umsatzsteuer und Kleinunternehmer

DE Deutschland

19 % normal, 7 % ermässigt. Kleinunternehmer bis 25.000 € Vorjahresumsatz und voraussichtlich 100.000 € im laufenden Jahr.

AT Österreich

20 % normal, 10 % ermässigt. Kleinunternehmer bis 55.000 € Jahresumsatz.

CH Schweiz

8,1 % normal, 2,6 % auf Lebensmittel zum Mitnehmen. Steuerpflicht erst ab 100,000 CHF Umsatz.
Die Schweiz unterscheidet nach Verzehrort: Essen vor Ort ist eine Gastgewerbeleistung mit 8,1 %, dasselbe Essen zum Mitnehmen kostet 2,6 %. Wer beides anbietet, muss an der Kasse trennen.

For food trucks, ‘small business owner’ is usually the less suitable choice. Wer einen Truck für 45.000 Euro kauft, zahlt darauf rund 7.200 Euro Umsatzsteuer. Als Regelbesteuerter holt er sie zurück – als Kleinunternehmer nicht. In Deutschland bindet die Entscheidung fünf Jahre.

Social security

Für dich als Selbstständiger

DE Deutschland

Krankenkasse frei wählbar, Mindestbeitrag rund €250 per month. Unfallversicherung über die BGN – für dich freiwillig, für Mitarbeiter Pflicht.

AT Österreich

SVS, Pflichtmitgliedschaft. Unfallversicherung über die AUVA. Dazu WKO-Pflichtmitgliedschaft mit Grundumlage.

CH Schweiz

AHV/IV/EO über die Ausgleichskasse, Beitrag nach Einkommen. Krankenversicherung ist Privatsache und ohnehin Pflicht. Unfallversicherung über die SUVA.
In Österreich kommt die Kammermitgliedschaft dazu – sie ist nicht freiwillig und fällt auch im ersten Jahr an.

Checkout and receipts

Was vorgeschrieben ist

DE Deutschland

TSE requirement For every electronic till. Obligation to issue receipts für jeden Verkauf. Meldepflicht ans Finanzamt.

AT Österreich

Mandatory use of cash registers ab 15.000 € Umsatz, davon 7.500 € bar. Signaturkarte als Manipulationsschutz. Receipts must be issued from the very first euro.

CH Schweiz

No obligation to make a purchase und keine vorgeschriebene Technik. Aufzeichnungen müssen nachvollziehbar sein, die Form ist frei.
Hier liegen die Länder am weitesten auseinander. Wer grenzüberschreitend arbeitet, richtet sich sinnvollerweise nach der strengsten Vorgabe – eine TSE-fähige Kasse erfüllt alle drei.

Hygiene and food law

Rechtsgrundlage

DE Deutschland

EU Regulation 852/2004 und LMHV. Belehrung nach § 43 IfSG vor Arbeitsbeginn, 20 bis 40 €.

AT Österreich

The same EU regulation, dazu das LMSVG. Statt der Belehrung eine Hygieneschulung.

CH Schweiz

Legal notice: Lebensmittelgesetz und LGV. Selbstkontrollkonzept ausdrücklich vorgeschrieben.
Ein HACCP-Konzept verlangen alle drei. Wer es einmal sauber aufsetzt, kommt damit überall durch.

Technical aspects

Gasprüfung

DE Deutschland

DVGW G 607. Alle zwei Jahre, bei gewerblicher Nutzung jährlich. 100 bis 180 €.

AT Österreich

ÖVGW guidelines, Prüfung durch befugte Fachbetriebe. Vergleichbare Intervalle.

CH Schweiz

SVGW und EKAS-Richtlinie für Flüssiggas. Dazu kantonale Auflagen bei Veranstaltungen.
Eine deutsche G-607-Bescheinigung wird in Österreich und der Schweiz nicht automatisch anerkannt. Vor einem grenzüberschreitenden Einsatz beim Veranstalter klären.

Führerschein

DE Deutschland

EU-Klassen. B96 nach Schulung ohne Prüfung, Zug bis 4.250 kg. C1 befristet mit Nachuntersuchung.

AT Österreich

The same EU classes, auch Code 96. Die Berechtigung ist identisch.

CH Schweiz

Customised labelling system. B bis 3.500 kg, BE für Anhänger, C1 bis 7.500 kg. Kein Code 96 – stattdessen BE.
Deutschland und Österreich erkennen sich gegenseitig an. Schweizer Ausweise gelten in der EU, die Klassen heissen aber anders.

Packaging

Mehrweg und Einweg

DE Deutschland

Mandatory provision of reusable containers seit 2023 (§ 33 VerpackG). Ausnahme für kleine Betriebe – dann aber Hinweispflicht auf mitgebrachte Behälter. Lizenzierung über LUCID.

AT Österreich

No general requirement for reusable containers für Speisen. Sammel- und Verwertungssystem-Beteiligung.

CH Schweiz

Not mandatory nationwide. Recyclinggebühr ist im Einkaufspreis enthalten.
Auch ohne Gesetz entscheidet oft der Veranstalter – und der ist in Österreich und der Schweiz häufig strenger als der deutsche Gesetzgeber.

Staff

Anmeldung und Untergrenzen

DE Deutschland

Breaking news vor Arbeitsbeginn, im Gastgewerbe zwingend. Gesetzlicher Mindestlohn, bundesweit. Arbeitszeitaufzeichnung Pflicht.

AT Österreich

ELDA registration bei der ÖGK vor Arbeitsantritt. Kein gesetzlicher Mindestlohn, aber verbindlicher Collective Agreement for the Hospitality Sector.

CH Schweiz

Anmeldung bei Ausgleichskasse und Unfallversicherung. Kein nationaler Mindestlohn, aber L-GAV Hospitality Sector und teils kantonale Untergrenzen.
In allen drei Ländern gilt: erst anmelden, dann arbeiten lassen. Die Reihenfolge ist der Kern der Vorschrift – und was der Zoll zuerst prüft.

Storage

Wie lange Unterlagen bleiben müssen

DE Deutschland

10 years für Rechnungen, Kassendaten und Buchführung (§ 147 AO).

AT Österreich

7 years für Bücher und Belege.

CH Schweiz

10 years für Geschäftsbücher und Belege (Art. 958f OR).
Diese Pflicht geht einem Löschverlangen nach Datenschutzrecht vor – Rechnungen dürfen nicht gelöscht werden, auch wenn ein Kunde es verlangt.

Cross-border shopping

Der Punkt, an dem es für Käufer konkret wird: Das passende Fahrzeug steht oft im Nachbarland.

Was beim Import anfällt

DE Deutschland

From Austria: innergemeinschaftlicher Erwerb. Gewerbliche Käufer versteuern im eigenen Land, Private im Kaufland.

AT Österreich

From Germany: dasselbe Verfahren. Zusätzlich prüfen, ob NoVA anfällt.

CH Schweiz

From the EU: Verzollung nötig. Einfuhrsteuer 8,1 % auf Kaufpreis und Transport, dazu Zollabgaben und die Kosten der Verzollung.
Die Schweizer Einfuhr macht einen gebrauchten Truck schnell zehn Prozent teurer. Wer in Konstanz kauft und in Kreuzlingen betreibt, sollte das vor der Besichtigung durchrechnen.

Obtaining a licence is more of a hassle than dealing with customs. Ein Fahrzeug aus dem Ausland braucht im Zielland eine Einzelgenehmigung oder eine Übereinstimmungsbescheinigung. Bei einem Serienfahrzeug ist das Routine – bei einem umgebauten Foodtruck kann eine Begutachtung nötig werden, in Deutschland nach § 21 StVZO, in der Schweiz über das Strassenverkehrsamt.

How much it costs to get started

Just the formalities, excluding vehicles and equipment:

Posts Germany Austria Switzerland
Business registration 20 – 60 € ca. 90 € Not applicable
Certificate of Competence Not applicable Proofreading from approx. €300 cantonal, partly course-based
Itinerant trade / Licence 200 – 700 € Included in the trade licence 100–800 CHF per canton
Hygiene training 20 – 40 € 30 – 80 € Included in the concept
Gas inspection 100 – 180 € 120 – 200 € 150–250 CHF
Checkout with security TSE from €50 Signature from €100 not compulsory

The largest cost item is not included in this table. Er heisst Zeit: Die Reisegewerbekarte braucht Wochen, der österreichische Befähigungsnachweis Monate, eine kantonale Bewilligung ist Verhandlungssache. Wer im Frühjahr starten will, fängt im Januar an.

If you work in several countries

Ein Truck aus Lindau, der in Bregenz und St. Gallen steht, ist kein Sonderfall – am Bodensee ist es der Normalfall. Drei Punkte, die dann gelten:

  • The trading licence is valid in the country of issue. Für regelmässige Tätigkeit im Nachbarland brauchst du dort eine eigene Grundlage – innerhalb der EU über die Dienstleistungsfreiheit mit Anzeige, in die Schweiz über das Meldeverfahren.
  • VAT is determined by the place where the service is provided. Wer in Österreich verkauft, führt österreichische Umsatzsteuer ab – unabhängig davon, wo der Betrieb sitzt.
  • Certificates of inspection are not automatically recognised. Das gilt besonders für die Gasanlage.

Das klingt nach viel und ist es auch. Wer regelmässig grenzüberschreitend arbeitet, sollte das einmal mit einem Steuerberater durchgehen, der beide Seiten kennt – am Bodensee, in Salzburg und in Basel gibt es Kanzleien, die genau darauf spezialisiert sind.

Passendes WerkzeugEinfuhrkosten grob berechnenSchätze Wechselkurs, Transport, Zoll, Einfuhrsteuer, Zulassung und notwendige Umbauten.

This does not constitute legal advice. Dieser Beitrag gibt den Stand nach bestem Wissen wieder und ersetzt keine Auskunft von Behörde, Anwalt oder Steuerberater. Vieles wird kommunal geregelt und unterscheidet sich von Stadt zu Stadt – frag im Zweifel beim zuständigen Amt nach, bevor du dich festlegst.

Regarding country-specific information. Die Vergleiche für Deutschland, Österreich und die Schweiz nennen den Rahmen, nicht den Einzelfall. Beträge und Grenzwerte ändern sich; in der Schweiz regelt zudem jeder Kanton vieles eigenständig. Nimm die Angaben als Ausgangspunkt für die richtige Frage an der richtigen Stelle.

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