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Verpackung, Mehrwegpflicht und was sie kostet

Die Mehrwegangebotspflicht, das Einwegkunststoffverbot, Lizenzierung – und warum Verpackung teurer ist, als die meisten denken.

10 Minuten Lesezeit

Verpackung ist der Posten, den fast jeder unterschätzt – beim Geld wie bei den Vorschriften. Ein Foodtruck verpackt jede einzelne Portion, und seit 2023 gilt in Deutschland eine Pflicht, von der viele Betreiber noch immer nichts wissen.

The obligation to offer reusable options

Was verlangt wird

DE Deutschland

Mandatory provision of reusable containers seit Januar 2023 (§ 33 VerpackG). Wer Speisen in Einwegkunststoff oder Getränke to go verkauft, muss zusätzlich eine Mehrwegvariante anbieten.

AT Österreich

No general requirement for reusable containers für Speisen. Bei Veranstaltungen schreiben viele Gemeinden Mehrweg vor – oft strenger als das deutsche Gesetz.

CH Schweiz

Not mandatory nationwide. Zahlreiche Städte und Veranstalter verlangen Mehrweg über die Bewilligungsauflagen.
Auch ohne gesetzliche Pflicht entscheidet oft der Veranstalter – und der ist in Österreich und der Schweiz häufig strenger als der Gesetzgeber in Deutschland.

Who is subject to the German requirement

This applies to everyone who sells food in Single-use plastic packaging for takeaway orders, as well as for drinks to go in any single-use packaging.

Wichtig ist die Einschränkung auf Kunststoff: Wer ausschließlich in Papier, Pappe oder Aluminium verpackt, fällt bei Speisen nicht darunter. Bei Getränken gilt sie unabhängig vom Material.

The exception applies to small businesses. Wer höchstens fünf Beschäftigte hat und weniger als 80 Quadratmeter Verkaufsfläche, muss keine eigene Mehrwegvariante anbieten – aber Kunden erlauben, mitgebrachte Behälter befüllen zu lassen. Auf einen Foodtruck trifft die Ausnahme fast immer zu.

However, this does not mean you are off the hook: you must still consider the possibility that durch gut lesbare Schilder hingewiesen werden. Genau das wird bei Kontrollen geprüft, und genau das fehlt bei den meisten.

What should go on the sign

Ein Hinweis, dass Kunden eigene Behälter mitbringen dürfen – sichtbar am Verkaufsfenster, nicht im Kleingedruckten. Ein Satz genügt: „Bring dein eigenes Gefäß mit, wir füllen gerne hinein."

Bringing your own containers and hygiene. Das eine schließt das andere nicht aus, aber es braucht eine Regel: Der Behälter darf nicht in deinen Arbeitsbereich. Üblich ist die Übergabe über die Theke auf ein Tablett, Befüllen ohne Kontakt zwischen Behälter und Kelle. Sichtbar verschmutzte Gefäße darfst du ablehnen.

Ban on single-use plastics

Seit Juli 2021 gilt EU-weit ein Verbot bestimmter Einwegartikel aus Kunststoff. In Deutschland und Österreich unmittelbar, in der Schweiz über eigene Regelungen teilweise nachvollzogen.

ProhibitedPermitted
Plastic cutlery and platesWood, bamboo, palm leaf
Plastic drinking strawsPaper, glass, metal
StirrersWood
Styrofoam food containersCardboard, cellulose, reusable
Products made from oxo-degradable plastic

Bestände durften abverkauft werden, das ist längst durch. Wer noch Styroporschalen im Lager hat, entsorgt sie besser, als sie zu benutzen.

System participation and licensing

In Deutschland müssen Verkaufsverpackungen, die beim privaten Endverbraucher als Abfall anfallen, bei einem dualen System lizenziert und im LUCID Packaging Register must be entered. This also applies to small quantities.

Registration is compulsory, free of charge and subject to verification. Ohne Eintrag darfst du verpackte Ware nicht in Verkehr bringen. Die Lizenzentgelte richten sich nach Materialart und Menge und liegen bei einem Foodtruck meist im niedrigen dreistelligen Bereich pro Jahr.

In Österreich läuft es über eine Sammel- und Verwertungssystem-Beteiligung, in der Schweiz über die vorgezogene Recyclinggebühr beim Einkauf – dort musst du dich selbst um nichts kümmern.

The cost of packaging

ArticlesDisposableReusable (purchase)
Main course bowl0,12 – 0,30 €2,50 – 6,00 €
0.4-litre cup0,08 – 0,20 €1,50 – 3,50 €
Cutlery set0,05 – 0,15 €1,00 – 2,50 €
Napkin, bag0,02 – 0,06 €

Bei 120 Portionen am Tag und 0,35 Euro Verpackung je Portion sind das 42 Euro täglich – rund 500 Euro im Monat bei zwölf Einsatztagen. Das ist mehr, als die meisten im Kopf haben, und es gehört in die Preiskalkulation.

Reusable options become cost-effective after around twenty cycles. Eine Schale für vier Euro, die zwanzigmal zurückkommt, kostet je Nutzung zwanzig Cent – weniger als die Einwegvariante. Der Haken liegt beim Rücklauf: Was nicht zurückkommt, ist teurer Verlust. Deshalb arbeiten die meisten mit Pfand oder einem Poolsystem.

A comparison of deposit-return schemes

ModelHow it worksSuitable for
Own deposit You buy containers, collect deposits and wash them yourself permanent locations, regular customers
Pool system The provider supplies containers; these are to be returned to any participant Cities with many partners
Event deposit The organiser takes care of the arrangements; you pay your share Festivals

Für einen Truck mit wechselnden Standorten ist ein Poolsystem meist praktischer: Kunden können überall zurückgeben, du musst nicht spülen. Die Gebühr je Ausgabe liegt üblicherweise bei zehn bis dreißig Cent.

What you’ll need to develop this

  • Storage space for reusable tableware – deutlich mehr als für flach stapelbares Einweg
  • Recycling bins, separate from the clean copy
  • Dishwashing facilities, falls du selbst spülst – dann steigt auch der Wasserbedarf
  • A spot at the bar for deposit processing

Wer den Ausbau noch plant, sollte das gleich berücksichtigen. Nachträglich Stauraum zu schaffen ist in einem fertigen Fahrzeug fast unmöglich – mehr dazu im Beitrag Plan expansion.

Passendes WerkzeugProdukt kalkulierenBerechne Wareneinsatz, Personalkosten, Deckungsbeitrag und einen tragfähigen Verkaufspreis.

This does not constitute legal advice. Dieser Beitrag gibt den Stand nach bestem Wissen wieder und ersetzt keine Auskunft von Behörde, Anwalt oder Steuerberater. Vieles wird kommunal geregelt und unterscheidet sich von Stadt zu Stadt – frag im Zweifel beim zuständigen Amt nach, bevor du dich festlegst.

Regarding country-specific information. Die Vergleiche für Deutschland, Österreich und die Schweiz nennen den Rahmen, nicht den Einzelfall. Beträge und Grenzwerte ändern sich; in der Schweiz regelt zudem jeder Kanton vieles eigenständig. Nimm die Angaben als Ausgangspunkt für die richtige Frage an der richtigen Stelle.

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